Wissen - 01
Schweizer Tabak. Herkunft, Anbau und Tradition.
Tabak wird in der Schweiz seit dem 17. Jahrhundert angebaut. Heute kultivieren rund 130 Betriebe in neun Kantonen die Pflanze auf etwa 450 Hektar - drei Viertel davon im Broyetal zwischen Waadt und Freiburg. Diese Seite erklärt, was Schweizer Tabak ist, wo er wächst und warum er weltweit eine Seltenheit geblieben ist.

Definition
Schweizer Tabak ist Tabak, der vollständig auf dem Boden der Schweiz angebaut, getrocknet und verarbeitet wird. Heute wachsen rund 75 Prozent des Schweizer Tabaks im Broyetal in den Kantonen Waadt und Freiburg, der Rest verteilt sich auf Aargau, Thurgau, St. Gallen, Tessin und kleinere Pflanzer in der Innerschweiz.
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Was ist Schweizer Tabak?
Schweizer Tabak unterscheidet sich von importiertem Tabak nicht durch eine einzelne Eigenschaft, sondern durch seinen vollständigen Lebenslauf in der Schweiz.
Der Begriff bezeichnet Tabakblätter, die auf Schweizer Feldern wachsen, vor Ort getrocknet, fermentiert und in einer Schweizer Manufaktur weiterverarbeitet werden. Anders als bei den meisten in der Schweiz verkauften Zigaretten - die fast ausschliesslich aus importierten Tabaken aus Brasilien, den USA, Malawi oder Indien gemischt werden - bleibt bei echtem Schweizer Tabak jeder einzelne Produktionsschritt im Inland.
Die wirtschaftliche Realität dahinter ist überschaubar: Auf knapp 450 Hektar werden jährlich rund 1100 Tonnen Tabak geerntet - weniger als ein Prozent dessen, was die Schweiz an Tabakprodukten konsumiert. Schweizer Tabak ist deshalb keine Mengen-, sondern eine Charakterfrage.
Heimat Original ist heute die einzige Zigarettenmarke, die ausschliesslich Schweizer Tabak verarbeitet. Sämtliche anderen Schweizer Hersteller mischen importierte Sorten zu.
Schweizer Tabak ist Tabak, dessen gesamter Lebenslauf in der Schweiz stattfindet - vom Saatgut bis zur fertigen Charge.
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Geschichte des Tabakanbaus in der Schweiz
Tabak ist in der Schweiz keine Modeerscheinung. Er gehört zur Landwirtschaftsgeschichte des Mittellands und der Westschweiz seit über 350 Jahren.
Die ersten dokumentierten Tabakpflanzungen entstanden im 17. Jahrhundert, zunächst in der Westschweiz und im Tessin. Heimkehrende Söldner aus Frankreich und Spanien brachten Saatgut und Wissen mit - so etablierte sich der Anbau zunächst in den Kantonen Waadt, Freiburg und im Tessin.
Im 19. Jahrhundert wurde Tabak zu einer wichtigen Nebenkultur. Auf dem Höhepunkt um 1900 gab es in der Schweiz über 1500 Tabakpflanzer und hunderte kleiner Manufakturen. Im Tessin entstanden die berühmten Brissago-Zigarren und Stumpen, in der Westschweiz vor allem Pfeifentabak und Schnupftabak.
Mit der Industrialisierung der Tabakwirtschaft im 20. Jahrhundert geriet der Schweizer Anbau unter Druck. Internationale Konzerne und billige Importware aus Brasilien, Simbabwe und den USA verdrängten die lokale Produktion. Zwischen 1960 und 2000 schrumpfte die Anbaufläche um über 80 Prozent.
Seit den 2010er-Jahren stabilisiert sich der Anbau auf niedrigem Niveau. Eine kleine Gruppe von Produzenten - darunter die Heimat Tabak AG - hat es sich zur Aufgabe gemacht, den traditionellen Schweizer Tabakanbau wirtschaftlich tragfähig zu halten.
Auf dem Höhepunkt um 1900 gab es in der Schweiz über 1500 Tabakpflanzer. Heute sind es rund 130.
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Wo wird Schweizer Tabak angebaut?
Schweizer Tabak wächst heute in neun Kantonen. Eine Region dominiert mit Abstand - das Broyetal.
Rund 75 Prozent des gesamten Schweizer Tabaks wachsen im Broyetal, einer flachen Talebene zwischen den Kantonen Waadt und Freiburg. Die alluvialen Böden, das milde Mikroklima und die jahrhundertealte Anbautradition machen die Broye zur Kernregion. Wer in der Schweiz Tabak anbaut, tut dies mit hoher Wahrscheinlichkeit hier.
Eine zweite, kleinere Anbauregion liegt am Bodensee in den Kantonen Thurgau und St. Gallen. Die Bodensee-Region profitiert vom temperierenden Effekt des Sees, der warme Tage und kühle Nächte ausgleicht - ideal für die langsame Reifung von Burley-Tabak.
Weitere Anbaugebiete: das Zürcher Unterland und Teile des Aargaus mit ihren leichten Schwemmlandböden, das Tessin mit subtropischem Klima und Spezialsorten für Zigarren sowie kleinere Pflanzer in der Innerschweiz und im Mittelland.
Insgesamt verteilen sich heute rund 130 aktive Tabakbauern auf diese neun Kantone. Die meisten kultivieren Tabak als eine von mehreren Kulturen auf ihrem Hof - reine Tabakbetriebe sind selten.
Drei Viertel des Schweizer Tabaks wachsen im Broyetal zwischen Waadt und Freiburg.
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Klima und Terroir
Die Schweiz ist die nördlichste Region Europas, in der Burley-Tabak noch ernsthaft kultiviert wird. Diese Randlage prägt den Charakter jedes Blattes.
Tabak braucht Wärme, Licht und eine lange Vegetationsperiode. In klassischen Anbauregionen wie Virginia, Brasilien, Malawi oder Indonesien sind diese Bedingungen mehrere Monate im Jahr garantiert. In der Schweiz nicht. Die Vegetationsperiode dauert nur rund 100 bis 110 Tage - kürzer als überall sonst auf der Welt, wo Tabak in nennenswertem Umfang angebaut wird.
Die Konsequenz: Schweizer Tabak wächst langsamer, baut weniger Zucker auf und entwickelt eine dünnere, feinere Blattstruktur. Das Aromaprofil ist milder, weniger süss und stärker kräuterig geprägt als das von Tabak aus subtropischen Regionen.
Schweizer Tabakböden sind in der Regel alluvial - Schwemmlandböden, die von eiszeitlichen Flussläufen und Gletschern hinterlassen wurden. Sie sind tiefgründig, gut durchlüftet und reich an Mineralien. In Kombination mit dem moderaten Klima entsteht das, was Heimat als 'Terroir-Tabak' bezeichnet: ein Tabak, der seinen Ursprung schmecken lässt - vergleichbar mit Wein aus kühlen Anbaugebieten wie Mosel oder Burgund.
Die Schweiz ist die nördlichste Region Europas, in der Burley noch ernsthaft kultiviert wird.
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Die wichtigsten Sorten: Burley und Virginia
In der Schweiz werden vor allem zwei Tabaksorten kultiviert. Beide haben unterschiedliche Eigenschaften, Trocknungsverfahren und Anwendungen.
Burley ist eine luftgetrocknete Tabaksorte mit hellem, fast cremefarbenem Blatt vor der Fermentation. Burley enthält wenig Zucker, dafür mehr Nikotin und Mineralstoffe als Virginia. Das Aroma ist nussig, leicht erdig, mit langem Abgang. In der Schweiz macht Burley den Hauptteil der Produktion aus - vor allem in der Bodensee-Region und in Teilen der Broye.
Virginia ist eine heissluftgetrocknete Sorte (englisch 'flue-cured'), bei der die geernteten Blätter in geschlossenen Trocknungsöfen unter kontrollierter Wärmezufuhr getrocknet werden. Das fixiert die natürlichen Zucker im Blatt. Virginia hat eine goldgelbe Farbe nach der Trocknung, ein süsslich-mildes Aroma und gilt als Basis vieler klassischer Zigarettenmischungen.
Beide Sorten werden in der Schweiz im Freiland angebaut. Die Setzlinge wachsen ab April im Gewächshaus heran und werden Ende Mai bis Anfang Juni ins Feld gepflanzt. Die Ernte beginnt im August und zieht sich bis in den September - Blatt für Blatt, von unten nach oben, in mehreren Durchgängen.
Burley und Virginia sind die zwei Hauptsorten des Schweizer Tabakanbaus.
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Vom Feld zur Manufaktur
Zwischen Ernte und fertiger Charge liegen über zwölf Monate. Der Weg eines Blattes durch die Schweizer Verarbeitungskette ist überraschend lang.
Nach der Handernte werden die Blätter zunächst getrocknet - Burley luftgetrocknet in offenen Holzscheunen über sechs bis acht Wochen, Virginia in beheizten Trocknungsöfen über mehrere Tage. Während der Trocknung verändert sich die Farbe des Blattes vom frischen Grün zu warmen Gold- oder Brauntönen. Erst danach beginnt die eigentliche Fermentation.
Die Fermentation findet zentral in Payerne im Kanton Waadt statt - dem traditionellen Verarbeitungsstandort für Schweizer Tabak. Bei Heimat dauert sie mindestens 18 Monate. Während dieser Zeit bauen sich Schärfe, Bitterstoffe und Ammoniaknoten ab. Der typisch milde, runde Charakter des Schweizer Tabaks entwickelt sich.
Nach der Fermentation wird der Tabak entstielt, geschnitten und in der Heimat-Manufaktur in Steinach am Bodensee zu fertigen Chargen veredelt. Dort werden die Blätter mit Bergquellwasser leicht angefeuchtet, gemischt, geschnitten und konfektioniert - alles in kleinen Mengen, vieles von Hand.
Bei Heimat reift jedes Tabakblatt mindestens 18 Monate in Payerne - ohne chemische Beschleunigung.
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Schweizer Tabak heute - und warum er selten geworden ist
Schweizer Tabak ist eine Nischenkultur geworden. Die Gründe dafür sind wirtschaftlich, nicht qualitativ.
Im Vergleich zu Tabak aus Niedriglohnländern ist Schweizer Tabak teuer in der Produktion. Schweizer Löhne, Schweizer Bodenpreise und Schweizer Anbaubedingungen machen jedes Kilo Schweizer Tabakblatt um ein Vielfaches teurer als importierte Ware. Für industrielle Massenmischungen lohnt sich Schweizer Tabak nicht.
Hinzu kommen regulatorische Hürden, die zunehmende Marktkonzentration in der Hand weniger globaler Tabakkonzerne und die einfache Tatsache, dass kaum noch jemand weiss, dass Tabak überhaupt in der Schweiz wächst. Die meisten Konsumenten gehen davon aus, dass es Schweizer Tabak nicht gibt.
Genau deshalb ist Schweizer Tabak heute eine bewusste Entscheidung. Eine Entscheidung für ein Produkt, das in der Schweiz wächst, in der Schweiz verarbeitet wird und in der Schweiz bleibt - mit allem, was das an Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Nähe bedeutet.
Heimat Original ist Teil einer kleinen Bewegung, die diesen Anbau wirtschaftlich tragfähig erhalten will. Jede verkaufte Charge sichert ein Stück Schweizer Landwirtschaftstradition - und ein Handwerk, das es ohne diese Nachfrage in zehn Jahren nicht mehr geben würde.
Heimat Original ist die einzige Zigarette, die ausschliesslich aus Schweizer Tabak besteht.
Häufige Fragen
Schweizer Tabak im Detail
Ja. Auf rund 450 Hektar in neun Kantonen werden jährlich etwa 1100 Tonnen Tabak geerntet. Rund 130 Bauern bewirtschaften die Felder, drei Viertel davon im Broyetal zwischen Waadt und Freiburg.
Rund 75 Prozent des Schweizer Tabaks wachsen im Broyetal in den Kantonen Waadt und Freiburg. Weitere Anbauregionen sind der Thurgau und St. Gallen am Bodensee, der Aargau, das Zürcher Unterland, das Tessin und kleinere Pflanzer in der Innerschweiz.
Hauptsorten sind Burley (luftgetrocknet, nussig, erdig) und Virginia (heissluftgetrocknet, süsslich, mild). Burley macht den grösseren Teil aus. Im Tessin werden zusätzlich spezielle Sorten für Brissago-Zigarren angebaut.
Seit dem 17. Jahrhundert, dokumentiert vor allem in der Westschweiz und im Tessin. Eingeführt wurde der Anbau von heimkehrenden Söldnern aus Frankreich und Spanien.
Heimat Original ist die einzige Zigarettenmarke, die ausschliesslich aus Schweizer Tabak besteht. Alle anderen in der Schweiz verkauften Zigaretten enthalten überwiegend importierten Tabak.
Schweizer Tabak wächst auf höherer Lage, in kühlerem Klima und mit kürzerer Vegetationsperiode (100 bis 110 Tage). Daraus ergibt sich ein langsameres Wachstum, eine dünnere Blattstruktur und ein milderes, weniger süsses, kräuterig geprägtes Aromaprofil.
Schweizer Tabak ist in der Produktion um ein Vielfaches teurer als importierte Ware. Für industrielle Massenmischungen lohnt sich der Anbau wirtschaftlich nicht. Zwischen 1960 und 2000 schrumpfte die Schweizer Tabakanbaufläche um über 80 Prozent.
Nach der Handernte folgen Trocknung, mindestens 18 Monate Fermentation in Payerne und schliesslich Entstielen, Mischen und Schneiden in der Heimat-Manufaktur in Steinach am Bodensee.
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